• Im Hinblick auf die Herausforderungen der nächsten Jahre, die das Potential eines globalen Erwachens in sich tragen, ist es von wesentlicher Bedeutung, die Identifikationen mit Identitätsebenen im Menschen näher zu betrachten. In den letzten Jahren bzw. Jahrzehnten der Esoterik-Bewegung, aber auch darüber hinaus in sich sozial oder ökologisch wähnenden Kreisen, ist immer wieder davon die Rede, es sei an der Zeit, das "ich" zu überwinden und zum "wir" zu gelangen. Diese Aussage wird in so verschiedenen Formen postuliert, dass sie schon fast Allgemeingut zu nennen ist. Bereits kleine Kinder werden mit Sätzen wie diesen tyrannisiert: "Iss deinen Teller leer! Denk an die Kinder in Afrika!" Oder auch schlicht: "Sei nicht so egoistisch!" Beides stellt sich nach aussen hin so dar, als seien es Appelle, das "ich" zu überwinden und zum "wir" zu gelangen. In Wirklichkeit handelt es sich dabei aber ganz einfach um Vergewaltigungen der kindlichen Seele, denn hier soll sich ja gerade erst ein "ich" ausbilden, was dann von den besorgten oder gedankenlosen Eltern torpediert wird, da sie selbst es ja auch nicht erfahren haben. Warum haben es unsere Eltern nicht erfahren, "ich" zu sagen? Geht es nicht darum, das "ich" zu überwinden? Ich möchte dazu ein Zitat des armenischen Mystikers Gurdijeff einwerfen, der einst zu seinen Schülern sagte: "Ihr seid nur Gemüse! Wenn ihr eine Seele wollt, müsst ihr sie euch verdienen!" Was wollte Gurdijeff mit diesen rätselhaften Worten sagen? Einfach nur seine Schüler beleidigen, wie ihm vielfach unterstellt wurde? Nein: Gurdijeff spricht hier vom "wir" und vom "ich", er verwendet nur andere Worte dafür… den Zustand des "wir", also des unbewusst Kollektiven, bezeichnet Gurdijeff hier als "Gemüse", während er das "ich", also das bewusst "ich bin" sagende Individuum, als "Seele" benennt.

    Es geht folglich darum, zunächst in sich zu überprüfen, in wie weit wir diesen Schritt vom "Gemüse" zur "Seele" in uns selbst vollzogen haben. Wichtig ist dabei, sich dessen bewusst zu sein, dass die menschliche Konsumgesellschaft, so wie sie momentan in weiten Teilen der Erde besteht, ein großes Interesse daran hat, dass die Menschen ein Haufen Gemüse bleiben, die sich aber für selbständige Individuen halten sollen …  um auch das noch einmal mit Gurdijeff zu formulieren: "Damit ein Mensch im Gefängns überhaupt je eine Fluchtmöglichkeit haben kann, muss er zu allererst erkennen, dass er im Gefängnis ist. Solange er das nicht einsieht, solange er sich für frei hält, hat er überhaupt keine Möglichkeit."

    Solange ein Mensch also glaubt, er habe eine Seele (was uns ja z.B. die christlichen Religionen allzeit bereit sind, weismachen zu wollen), er sei folglich nicht im Gefängnis, sondern frei, kann der Mensch nichts gewinnen… Er vegetiert als jederzeit erntbares Gemüse (zu ernten z.B. von Regierungen, die Kriege führen wollen, von Pharmaunternehmen, die Versuchskaninchen brauchen, von der Nahrungsmittelindustrie, die leichtgläubige Konsumenten benötigt usw.) dahin, ohne jemals sein "ich", seine "Seele" gekostet zu haben … so gesehen hatte Karl Marx also duchaus recht mit seiner Aussage: "Religion ist Opium für das Volk", denn es geht hier eben um das bekannte Spiel, das seit Jahrtausenden auf diesem Planeten gespielt wird, wie es Reinhard Mey in "Sei Wachsam" so prägnant in den Satz kondensierte: "'Der Minister nimmt flüsternd den Bischof beim Arm: – Halt Du sie dumm, ich halt sie arm."

    Der traurige Witz an der Menschheit ist heute allerdings, dass sie für die Umsetzung dieses Satzes  praktisch keine Bischöfe und auch keine Minister mehr braucht … sie macht das inzwischen ganz allein! Wie das? Ganz einfach: In weiten Teilen der Gesellschaft, geht es um die Partizipation via TV oder Eintrittskarte an Massenevents wie Big Brother, DSDS oder Fussball-Bundesliga, wodurch natürlich der innere Impuls, ein "ich", also eine Seele auszubilden, erstickt wird, und auch in  der New Age und Esoterik-Szene geht es darum, das "Gemüse" sein zum Ziel zu erklären, also ein "wir"-Gefühl zu erzeugen, das einfach nur aus der Sehnsucht des inneren Kindes gespeist ist, endlich dazu zu gehören. Ob das nun in gemeinsamen sehnsüchtigen Gesängen, in Kuschelpartys, in Reikikreisen, wo dann vielhändig einer Person Reiki gegeben wird, oder in sich einschmeichelnder Worte bedienenden Channelingabenden geschieht, ist an sich nicht so wichtig, entscheidend ist, dass hier immer wieder auf's neue die Sehnsucht nach dem Dazugehören ausgelebt wird, die eine Ursehnsucht jedes Babys ist, wenn es neu geboren wird. Diese Sehnsucht wird in der modernen Welt selten gestillt, was zu einer Häufung von ungestillten und innerlich hungrigen Menschen führt, die u.a. durch Gruppenerlebnisse unbewusst irgendwie diese Sehnsucht stillen wollen und dann erneut enttäuscht sind, weil es zum wiederholten Male nicht funktioniert hat … Die weit verbreitete Ablehnung von Geld führt dann dazu, dass der Mensch antriebslos als "dummes" (unbewusstes) und "armes" (sich selbst vom Überfluss seiner wahren Natur abschneidendes) "Gemüse" vor sich hin vegetiert …

    Daraus resultiert auch die Machtlosigkeit der Gruppen, die das "wir" auf ihre Fahnen schreiben … so lange nicht klar ist, dass diese Gruppen ganz anderen Zielen dienen, als denen, die im Parteibuch oder der Vereinssatzung stehen, geht es eben nur darum, Energien abzuschöpfen und den Menschen in aufwändige Prozesse zu verstricken, die ihm nichts nützen werden … so was wie die "Antikriegsdemonstrationen", oder die "Anti-Kernkraftbewegung" usw. sind genauso zahnlos wie all diese "Zünde eine Kerze für diese oder jene astrologische Konstellation an und meditiere für den Weltfrieden!" Aktionen … Bei all diesen Events geht es im Endeffekt nur darum, die in aufwachenden Menschen sich bildende Energie wieder abzuschöpfen, die dann von niederen Geistwesen konsumiert wird, die bei allen Massenevents zu finden sind, die sich aber auch gern in esoterischen Kreisen als Engel, Lichtwesen oder aufgestiegene Meister ausgeben …

    Worum geht es also aus geistiger Sicht? Zum einen geht es darum, die eigene Selbstverwirklichung in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stellen, wie es im L+A+S=S los und L+E+B=E! Prozess und durch die Radikale Entkoppelung vermittelt wird. Zum anderen geht es darum, mit all jenen kollektiven Erinnerungen zu reinigen, die den Menschen in das "wir" binden und somit verhindern, dass er als "ich" aufwachen und sich weiter entwickeln kann, wie es im Text "Wer hat die Verantwortung?" über Self I-Dentity through Ho'oponopono von Dr. Hew Len vermittelt  und wie es auch im Cleaning Clearing Coaching praktisch angewendet wird, so dass letztlich auch ein Zugang zum "es ist" entstehen kann, der bewusst ins "ich bin" aufgenommen wird.

    Um den anstehenden Bewusstseinswandel vollziehen zu können, ist es wichtig, zunächst zu verstehen, dass es all diese Ebenen als drei Selbste im Menschen selbst gibt, dass es also sehr leicht zugänglich ist, die Erfahrung von "ich bin" zu machen, ebenso die von "wir sind" und zuletzt auch die von "es ist". "Ich bin" stellt die seelische, die personale Ebene dar, "wir sind" definiert die körperliche präpersonale Ebene, die den gefallenen Zustand der Menschen beschreibt, in dem er angezogen vom Geschehen im Tierreich, seine Verkörperung verursacht hat, während "es ist" der geistigen, also postpersonalen Ebene entspricht, der Ebene über die Erich Fried in seinem berühmten Gedicht "Was es ist" geschrieben hat: Es ist was es ist, sagt die Liebe… Und genau diese Liebe will sich in erwachenden und bewusst "ich bin" sagenden Menschen verkörpern, so dass die identifikatorische Bindung an eben diese menschlichen Körper gereinigt, geheilt und überwunden werden kann.

    Alles (IST) Liebe,

    Alexander Gottwald

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    Posted by Alexander Gottwald @ 2:23 am for Cleaning Clearing Coaching, Ho'oponopono, L+A+S=S los und L+E+B=E!, Radikale Entkoppelung |

    One Comment to "“Wir sind”, “ich bin” oder “es ist”? – Mensch, wohin gehst Du?"

    • Martin Engler says:

      Hallo Alexander,
      sehr inspirierend!! Ich hab bis heute noch mit Menschen zu tun, die mir sagen das ich ein Egoist bin, mehr auf das WIR achten sollte (im Handeln) und das es schlecht sei. Der Text hilft mir damit zu reinigen und alle Menschen dankbar anzunehmen, ja Ho'oponopono hat mir überhaupt klar gemacht, dass ich dankbar dafür sein kann es zu erkennen das ich die Verantwortung dafür trage, dass sie(jene Menschen) in mein Leben treten.
       
      Danke für diese informativen und dennoch wirklich wundervoll lesbaren Texte,
       
      Gruß Martin

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